In der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg
begann die Geschichte des Motorradfahrens in Ittersbach, als die ersten knatternden Vehikel durch unsere Ortschaft fegten, und der Stellenwert des Motorrads noch ein anderer war.
Heute spricht jedermann vom sogenannten Motorradsport, den fast alle, die in unserer Zeit ein Motorrad besitzen, betrachten es als ihr Hobby, als ihren Sport.
Vor vierzig Jahren waren die Dinge noch anderen Ursprungs, damals diente das Zweirad nämlich als das am ehesten erschwingliche motorisierte Fortbewegungsmittel. Wer sich in jenen Jahren nicht mit "öffentlichen Verkehrsmittel", Fahrrad oder Schusters Rappen fortbewegen wollte, der musste zum Motorrad greifen, denn ein Automobil war noch nicht erschwinglich. Natürlich war auch damals schon eine riesige Begeisterung dabei, und jeder versuchte sich Geld zusammenzusparen, um sich auch ein Gefährt kaufen zu können. Denn den Hauch von Freiheit und Abenteuer konnte man früher noch deutlich verspüren, wenn man über die holprigen Straßen fuhr. Auch war zu dieser Zeit das Verkehrsaufkommen noch wesentlich geringer un der Atem der Freiheit war noch Wirklichkeit.
In der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden also die ersten Ittersbacher Bürger-Motorräder mit den wohlklingenden Namen wie: D-Rad, Adler, Imperia, NSU, Horex und auch heute noch überkommt viele ein angenehmes Prikeln beim Erinnerungsaustausch über die Motorradveteranen.
Dem damaligen Stand der Technik entsprechend waren diese Fahrzeuge in Komfort und Fahrleistung zwar nicht das Nonplusultra, doch war der Fahrspaß mit Sicherheit genau so groß wie heute und vor allen Dingen wesentlich ungefährlicher. Doch die eben angesprochene Ruppigkeit tat den Fahrzeugen keinen Abbruch, denn sie waren robust und zuverlässig, womit der Zweck vollkommen erfüllt war.
Als vor nicht allzu langer Zeit der Motorradboom ausbrach, erinnerten sich einzelne an die alten Kameraden auf der Straße, und so mancher spielte mit dem Gedanken, die frühere Freundschaft zu seinem Gefährt wieder aufleben zu lassen. So fahren glücklicherweise auch heute wieder Erinnerungen an alte Zeiten durch Ittersbach, was einigen Veteranenbegeisterten zuzuschreiben ist, die in selbstloser Arbeit alte Zweiräder erstanden und restauriert haben. Diese vorbildliche Arbeit sollte unserer Meinung nach genau so anerkannt und unterstützt werden wie andere Bestrebungen die Ittersbacher Geschichte wieder aufleben zu lassen. Denn auch das Motorradfahren stelle einen geschichtlichen Teil Ittersbachs dar, der für die Zukunft und die nächsten Generationen zugänglich gemacht werden sollte.